Polen bleibt eine der dynamischsten Volkswirtschaften Europas: Mit rund 3,5 % jährlichem BIP‑Wachstum hat sich das Land als zentraler Handelspartner Deutschlands in Mittel‑ und Osteuropa etabliert und könnte künftig sogar Länder wie Italien oder Frankreich wirtschaftlich überholen (aktuell 5. Platz unter den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands). Die vielfältige Industrielandschaft, gut ausgebaute Infrastruktur sowie qualifizierte und engagierte Arbeitskräfte machen Polen zu einem attraktiven Investitionsstandort; zugleich gewinnt das Land als strategischer Partner im Osten an Bedeutung.
Das verarbeitende Gewerbe trägt knapp 20 % zur Wirtschaftsleistung bei, wobei die Automobilbranche eine Schlüsselrolle spielt: 2025 stiegen die Pkw‑Neuzulassungen um 8,3 % auf den höchsten Wert seit 2004. Batterieelektrische Pkw machen bereits 7,2 % der Neuzulassungen aus – trotz eines noch nachzuholenden Ausbaus der Ladeinfrastruktur. Die starke Binnennachfrage kurbelt Logistik und den Absatz von Lkw an und zieht ausländische Direktinvestitionen an; besonders der Süden und Westen Polens, nahe der deutschen Grenze, sind für deutsche Firmen beliebte Standorte. In der jüngsten Konjunkturumfrage der AHK geben 94,5 % der deutschen Investoren an, sie würden Polen erneut als Investitionsstandort wählen. Demografischer Wandel und Fachkräftemangel treiben Investitionen in Automatisierung, Robotik, Digitalisierung und Recycling voran, was Chancen für den Maschinen‑ und Anlagenbau schafft.
Die sicherheitspolitische Lage nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat zudem die Luftfahrt sowie den Rüstungssektor gestärkt: Polen investierte 2025 ca. 4,7 % des BIP für Verteidigung. Zudem profitiert das Land vom EU‑Programm SAFE, das bis zu 43,7 Mrd. € zinsgünstige Kredite bereitstellt. Nach Plänen des Verteidigungsministeriums sollen langfristig etwa die Hälfte der Rüstungsausgaben inländisch vergeben werden, was Spielraum für Joint Ventures und neue Aufträge bietet. Die zivile Luftfahrt wird durch öffentliche Großprojekte wie den Bau des neuen Flughafen CPK und der dazugehörigen Hochgeschwindigkeitsverbindungen gefördert.
Die Delegationsreise unter der Leitung von Staatsminister Huber Aiwanger, MdL, vom 27.10. bis zum 30.10.26 bietet die Chance, diese dynamischen Sektoren vor Ort kennenzulernen, bestehende Kooperationen zu vertiefen, neue Netzwerke zu knüpfen – gerade für exportorientierte bayerische Unternehmen und Startups eröffnen sich hier vielversprechende Marktchancen.